Schritt für Schritt - Entwickeln für OS X und iOS
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Eindrücke von der Macoun 2012

Ich muss zugeben, ich bin ja verwöhnt. Seit über einem Jahrzehnt besuche ich Seminare und Konferenzen von Microsoft-Partnern. Stets perfekt organisiert und bestens ausgestattet. Allerdings kosten diese Veranstaltungen für die Besucher dann auch das zehnfache wie die Teilnahme an der Macoun. Meine Ansprüche waren demzufolge etwas bescheiden, trotzdem wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.
Das es im deutschsprachigen Raum viele talentierte Entwickler gibt, möchte ich nicht infrage stellen, aber nur wenige verfügen über das Talent, Ihr Wissen und ihre Erfahrungen auch auf einer Bühne weiterzugeben. Tut er es dennoch, und dann noch vielleicht sogar zum ersten Mal, kommt wahrscheinlich auch noch eine große Portion Lampenfieber hinzu, was sich leider bei einigen Vorträgen sehr negativ auswirkte, obwohl die Themen durchaus interessant waren. Profis wie Peter Hauke und Ingo Kasprzak sind natürlich nach etlichen Folgen Podcast abgebrüht und müssen nicht mehr mit solchen Problemen kämpfen. Ihr Vortrag war demzufolge auch einer der Besten, viele andere leider nur durchschnittlich.

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Etwas überraschend war für mich auch die Anzahl der Vorträge. Gibt es denn so wenig interessante Themen, dass man erst um 11 Uhr anfangen muss? Manche der Teilnehmer haben bestimmt längere Strecken zurückgelegt, um nach Frankfurt zu kommen und möchten dann für ihren Einsatz auch etwas erleben. Persönlich hätte ich nichts gegen mehr Vorträge, auch wenn das bedeuten würde, an einem Sonntag früh aufzustehen. Die Macoun ist schließlich nur einmal im Jahr und viele der Zuschauer begierig, neue Dinge zu lernen.
Von den Sponsoren hatte ich ebenfalls mehr erwartet. Sie hätten die Gelegenheit nutzen können, ihre Produkte und Leistungen einem großen Fachpublikum vorzustellen. Eine Vorführung der JetBrains Software auf der großen Leinwand wäre gewiss nicht uninteressant gewesen. Gelegenheit hätte es vor dem ersten Vortrag oder während der ausgedehnten Mittagspause sicherlich genug gegeben.
An der Abendveranstaltung am Samstag habe ich nicht teilgenommen. Nicht aus Mangel an Interesse, aber die Schlange vor dem Eingang des Lokalbahnhofs war zu abschreckend. Zu viele Menschen auf zu kleinem Raum sind leider auch eine Fehlplanung. Auch hier ist Verbesserung nötig, schließlich war dem Veranstalter die Anzahl der Teilnehmen bekannt. Als ich am Sonntagabend in diesem Lokal war, konnte ich beobachten, wie es schon für acht Entwickler schwierig war, einen Tisch zu bekommen.
Obwohl es, zumindest nach meinen Standards, keine perfekte Konferenz war, geht mein Lob an die Veranstalter, denn es gehört schon einiges dazu, einen solchen Event auf die Beine zu stellen. Die Macoun es die einzige mir bekannte Veranstaltung dieser Art für die Apple-Welt und verdient Anerkennung. Vieles war gut, vieles kann verbessert werden. Ein Lob auch an alle Redner, die sich getraut haben, die Bühne zu betreten. Es ist für einen Entwickler nicht alltäglich, auf einer Bühne zu stehen, und vor einer großen Gruppe von Zuschauern einen Vortrag zu halten.

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Das absolute Highlight der Veranstaltung waren für mich die Gespräche mit Frank Jüstel, den ich bisher nur aus seinen Video2Brain Seminaren kannte. Obwohl er auf der Macoun gar nicht als Redner auftrat, verließ ich die Veranstaltung hoch motiviert und konnte es gar nicht abwarten, mich wieder vor den Rechner zu setzen und neuen Code zu schreiben. Stellt diesen Mann auf die Bühne und das Publikum wird es euch danken. Ansonsten wirkt die Macoun nur wie ein Treffen von softwarebegeisterten Entwicklern, die ein wenig über das Programmieren reden.